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Über die Kombination von Mundstück und Klarinettenblatt

ist das letzte Wort noch nicht geschrieben und den Stein der Weisen hat man auch noch nicht entdeckt.
Eins steht jedoch fest:

 
Jede ( r ) Klarinettist ( in ) muss für sich eine Auswahl bezüglich passender Blätter zum Mundstück treffen, mit der es möglich ist unbeschwert zu musizieren ( d.h. sofern man selbst über einen entsprechend guten Ansatz verfügt bzw. die Gesichtsmuskulatur genügend trainiert ist ).
Die Beurteilung einer Kombination passender Blätter zum Mundstück einer Klarinette ist also eine sehr sehr persönliche Sache und eine Beratung ist aus diesem Grund sehr schwierig.
 

Einige Erfahrungswerte

wollen wir auf dieser Seite zusammentragen, jedenfalls soweit uns die Mundstücke bekannt sind, wobei nicht nur unsere eigenen praktischen Erfahrungen aufgezählt seien, sondern vielmehr empirisch gesammelte Erfahrungswerte verschiedener Klarinettisten bezüglich Blatt und Mundstück.
 

Vielleicht noch etwas grundsätzliches vorweg:

 
Bei jeder möglichen Wahl verschiedener Blätter oder Mundstücke sollte man individuell ausprobieren, ob die Klarinette in jeder Lage gut anspricht. Dies muss natürlich auch in allen dynamischen Varianten funktionieren.
Desweitern sollten die Blätter einem gesunden Staccato ebensowenig im Weg stehen wie einem charmanten, eleganten, runden Legatospiel, was schließlich eine perlende Fingertechnik erst ermöglicht.
Darüberhinaus ist es natürlich schön, wenn man sich auf der Klarinette all ihrer verschiedenen Klangfarben bedienen kann, die verbunden mit flexibelen, nahtlosen Farbübergängen erst die volle Pracht einer musikalischen Erlebniswelt vermitteln, deren dramatische Elemente besonders in der Literatur für Klarinette ach so gefragt sind.

 

Modell A

ist ein Blatt für mittlere bis lange, eher enge Bahnen und wird sehr gerne von unserer Kundschaft mit antiken Instrumenten in ganz leichten Stärken gespielt.
Die üblichen Stärkegrade sind jedoch sehr gut spielbar z.B. mit:
- H. Wurlitzer :
  L3, L3+, M3, M3+
- Johann Berger :
  95/26/1, 91/26/1, 91/25/1,   88/25/1
- Zinner :
  2L, 3L, 3M
- Alexander Willscher :
  AW3, AW7, AW16
Den idealen Spielzustand erreichen die  A - Blätter, wenn man nach dem Einblasen die Spitze etwas dünner schleift
(vgl. Tipps unter Klarinettenblätter bearbeiten).
 

Modell B

Diese Art Blätter mit ihrem kurzen Ausstich und einer relativ kräftigen, stabilen Spitze sind geradezu berufen für mittlere bis kurze aber auch offene Mundstück - Bahnen, wie z.B.:
- Zinner :
  4*M, 5M, 4K, 4*K, 5K
- Ernst Schreiber :
  PS1
- H. Wurlitzer :
  P4, K3, K4, M4, M4*, M5
- Alexander Willscher :
  AW1, AW2, AW13, AW14
- Berger :
  90/24/3 oder 90/23/7
- Viotto :
  N1 oder K.
 

Modell C*

Durch die Kombination des keilförmigen Rückens mit der aerodynamisch ausgebildeten Spitze dieser Klarinettenblätter bilden sie trotz ihres relativ langen Ausstichs eine ideale Partnerschaft mit
allen uns bisher bekannten Mundstücksbahnen
und bestechen in allen Lagen durch beste Ansprache und stabilen Halt für einen geschlossenen runden Klang Ihrer Klarinette.
 

Modell E*

Diese Blätter passen mit ihrem langen Ausstich, dem kräftigem Rücken und viel Holz in der Spitze, jedoch weniger Herzform als Modell A für mittlere und durchschnittlich offene Mundstücke, wie z.B.:
- Zinner :
  3M, 3*M,
- H. Wurlitzer :
  M3, M3+,, M3*,
- Berger :   90/24/3, 90/23/7,
  91/25/1, 91/26/1, 95/26/1
- Ernst Schreiber :
  W2C, W5A, W2F, W3F
- Viotto :
  N1, N1+4.
- Alexander Willscher :
  AW3, AW14, AW16,
 

Modell F

ist durch seine klassische Taillierung ein zuverlässiger Partner für
alle uns bisher bekannten Mundstückstypen und -bahnen für Böhm-Klarinette
jedenfalls liegen uns bis jetzt keine anderslautenden Informationen vor. Leichte Ansprache, klangliche Flexibilität sowie gute Stabilität sind Eigenschaften, die uns zufriedene Kunden immer wieder gerne bestätigen.
 

Modell G

hat eine dünne Spitze, die in einen keilförmigen Rücken übergeht. Für
extrem offene wie kurze Böhm-Klarinetten-Bahnen
ermöglichen diese Blätter bei hervorragender Ansprache einen brillianten, solistischen Ton auf der Klarinette, der sich dennoch wunderbar in einen Orchesterklang einfügt.
Für all diejenigen, die lieber auf eigene Faust vorgehen, oder ungewöhnliche Wege gehen beim Suchen einer Kombination, sei angemerkt, dass nach Möglichkeit die Länge der Blattzunge nicht kürzer sein sollte als die Munstücksbahn. Also Finger weg von langer Bahn und kurzem Blattausstich, das bringt nur Verdruss.
Und wenn mal gar nichts mehr geht, lohnt sich auch ein Blick auf das Mundstück, um abzuklären, ob dieses eventuell einen groben Fehler hat. Näheres dazu finden Sie unter Klarinettenmundstück im Detail.

 
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