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Über die Kombination von Mundstück und Klarinettenblatt

ist das letzte Wort noch nicht geschrieben und den Stein der Weisen hat man auch noch nicht entdeckt.
Eins steht jedoch fest:

 
Jede ( r ) Klarinettist ( in ) muss für sich eine Auswahl bezüglich passender Blätter zum Mundstück treffen, mit der es möglich ist unbeschwert zu musizieren ( d.h. sofern man selbst über einen entsprechend guten Ansatz verfügt bzw. die Gesichtsmuskulatur genügend trainiert ist ).
Die Beurteilung einer Kombination passender Blätter zum Mundstück einer Klarinette ist also eine sehr sehr persönliche Sache und eine Beratung ist aus diesem Grund sehr schwierig.
 

Einige Erfahrungswerte

wollen wir auf dieser Seite zusammentragen. Nicht nur unsere eigenen praktischen Wahrnehmungen, jedenfalls soweit uns die Mundstücke bekannt sind, seien hier aufgezählt, sondern vielmehr empirisch gesammelte Einschätzungen verschiedener Klarinettist(inn)en bezüglich Blatt und Mundstück. Häufig begegnet mir an dieser Stelle die Frage:
Welche Klarinettenblätter in welcher Stärke sind gut für Anfänger?
Nun, meistens ist in diesem Fall die Form nicht so entscheidend, zu empfehlen wäre ein Blatt mit möglichst kurzer Zunge und die Blattstärke sollte in etwa der Stärke #2,5 entsprechen. Die Bahn des Mundstücks sollte eine mittlere Länge haben und eine Öffnung zwischen 90 und 95 Hundertstel mm mitbringen. Dieses universelle Material ist zunächst einmal eine ideale Basis, um die Klarinette klanglich etwas besser kennen zu lernen.
 
Mit dieser Beschreibung des Materials sind wir auch schon mitten im Spannungsfeld von Bahnöffnung des Mundstücks und Blattstärke. Generell gibt es den Zusammenhang, dass Klarinettenblätter um so leichter sein müssen, je offener die Mundstücksbahn ist und dass eine sehr enge Bahn, eher schwere Blätter erfordert. Der Klang eines Instruments oder etwas genauer die farblichen oder dynamischen Möglichkeiten, auf die jede(r) einzelne Klarinettist(in) Wert legt, sind eine sehr subjektive Einschätzung. Darin liegt auch der Grund dafür, dass die folgenden Hinweise bitte nur als ungefähre Anhaltspunkte zu verstehen sind.
 

Vielleicht noch etwas grundsätzliches vorweg:

 
Bei jeder möglichen Wahl verschiedener Blätter oder Mundstücke sollte man ausprobieren, ob die Klarinette in jeder Lage gut anspricht. Dies muss natürlich auch in allen dynamischen Varianten funktionieren.
Desweitern sollten die Blätter einem gesunden Staccato ebensowenig im Weg stehen wie einem charmanten, eleganten, runden Legatospiel, was schließlich eine perlende Fingertechnik erst ermöglicht.
Darüberhinaus ist es natürlich schön, wenn man sich auf der Klarinette all ihrer verschiedenen Klangfarben bedienen kann, die verbunden mit flexibelen, nahtlosen Farbübergängen erst die volle Pracht einer musikalischen Erlebniswelt vermitteln, deren dramatische Elemente besonders in der Literatur für Klarinette ach so gefragt sind.

 

Modell A

ist ein Blatt für mittlere bis lange, eher enge Bahnen und wird sehr gerne von unserer Kundschaft mit antiken Instrumenten in ganz leichten Stärken gespielt.
Die üblichen Stärkegrade sind jedoch sehr gut spielbar z.B. mit:
-H. Wurlitzer:
  L3, L3+, M3, M3+
-Johann Berger:
  95/26/1, 91/26/1, 91/25/1,   88/25/1
-Zinner:
  2L, 3L, 3M
-Alexander Willscher:
  AW3, AW7, AW16
Den idealen Spielzustand erreichen die  A - Blätter, wenn man nach dem Einblasen die Spitze etwas dünner schleift
(vgl. Tipps für Blätter).
 

Modell B

Diese Art Blätter mit ihrem kurzen Ausstich und einer relativ kräftigen, stabilen Spitze sind geradezu berufen für mittlere bis kurze aber auch offene Mundstück - Bahnen, wie z.B.:
-Zinner:
  4*M, 5M, 4K, 4*K, 5K
-Ernst Schreiber:
  PS1
-H. Wurlitzer:
  P4, K3, K4, M4, M4*, M5
-Alexander Willscher:
  AW1, AW2, AW13, AW14
-Berger:
  90/24/3 oder 90/23/7
-Viotto:
  N1 oder K.
 

Modell C*

bildet durch die Kombination des keilförmigen Rückens mit einer aerodynamisch ausgebildeten Spitze der Blätter, trotz des langen Ausstichs dieser Sorte Klarinettenblatt, eine ideale Partnerschaft mit
allen uns bisher bekannten Mundstücksbahnen
und besticht in allen Lagen durch eine leichte Ansprache und guten Halt für einen geschlossenen runden Klang Ihrer Klarinette.
 

Modell E*

Diese Blätter passen mit ihrem langen Ausstich, dem kräftigem Rücken und viel Holz in der Spitze, jedoch weniger Herzform als Modell A für mittlere und durchschnittlich offene Mundstücke, wie z.B.:
-Alexander Willscher:
  AW3, AW14, AW16,
-Ernst Schreiber:
  W2C, W5A, W2F, W3F
-Zinner:
  3M, 3*M,
-H. Wurlitzer:
  M3, M3+,, M3*,
-Berger:   90/24/3, 90/23/7,
  91/25/1, 91/26/1, 95/26/1
-Viotto:
  N1, N1+4.
 

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Modell F

ist durch seine klassische Taillierung ein zuverlässiger Partner für
alle uns bisher bekannten Mundstückstypen und -bahnen für Böhm-Klarinette
jedenfalls liegen uns bis jetzt keine anderslautenden Informationen vor. Leichte Ansprache, klangliche Flexibilität sowie gute Stabilität sind Eigenschaften, die uns zufriedene Kunden immer wieder gerne bestätigen.
 

Modell G

hat eine dünne Spitze, die in einen keilförmigen Rücken übergeht. Für
extrem offene wie kurze Böhm-Klarinetten-Bahnen
ermöglichen diese Blätter bei hervorragender Ansprache einen brillianten, solistischen Ton auf der Klarinette, der sich dennoch wunderbar in einen Orchesterklang einfügt.
Für all diejenigen, die lieber auf eigene Faust vorgehen, oder ungewöhnliche Wege gehen beim Suchen einer Kombination, sei angemerkt, dass nach Möglichkeit die Länge der Blattzunge nicht kürzer sein sollte als die Munstücksbahn. Also Finger weg von langer Bahn und kurzem Blattausstich, das bringt nur Verdruss.
Und wenn mal gar nichts mehr geht, lohnt sich auch ein Blick auf das Mundstück, um abzuklären, ob dieses eventuell einen groben Fehler hat. Näheres dazu gibt es bei den Mundstücktipps.

 
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